Die Kammer tut sich als politischer Interessensvertreter von uns Land- und Forstwirten traditionell nicht leicht. Und zwar ganz einfach deshalb, weil sie gegen ein schwarzes Landwirtschafts-, korrekt natürlich Lebensministerium, den neuen vollen Namen will ich mir ersparen, eine natürliche Beißhemmung hat. Daher war sie auch am effizientesten, als es einen roten Agrarminister gab. Und alle die sich noch daran erinnern, sagen, das waren nicht die schlechtesten Zeiten für die Bauern.

Wo die Landwirtschaftskammer ein viel weiteres Betätigungsfeld hat, ist die direkte betriebliche Interessensvertretung. Genehmigungen, Widmungen, Aufzeichnungen und Dokumentationen haben in den vergangenen Jahren derart überhand genommen, dass der Bedarf an Unterstützung bei den Behörden immer größer wird. Diese Arbeit wird auch überwiegend gut von den Mitarbeitern im Sinne der Mitglieder erledigt. Die Frage ist nur, ob da nicht ein Großteil des „Bedarfes“ hausgemacht ist. Gesetze und Verordnungen so zu erlassen, dass ein Spielraum für unterschiedliche Auslegungen bei den Ländern, BHs und Gemeinden entsteht, ist nicht gerade dienlich für das Vertrauen des Einzelnen in den Rechtsstaat. Und gleichzeitig ein offenes Feld für Vetternwirtschaft und Klientelpolitik.

Da ist es höchst an der Zeit für Gesetzesreformen – sprich: ausmisten – und echten Verwaltungsvereinfachungen, zum Beispiel bei den Aufzeichnungen.

 

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf