„Die FAO schätzt, dass bis zu 25 Prozent der Weltproduktion von Nahrungsmitteln mit Mykotoxinen kontaminiert sind. Etwa 20 Prozent der Getreideernte der EU enthalten messbare Mengen von Mykotoxinen“, schreibt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte verschiedener Schimmelpilzarten. Je nach Witterung reichern sie sich in den Feldfrüchten an. Für Mensch und Tier sind sie gesundheitsschädlich. Deshalb werden im Rahmen der jährlichen amtlichen Kontrollen Schwerpunktaktionen durchgeführt. Besonders gefährdet sind Nutztiere (Schwein, Geflügel und Pferd), die verschimmeltes Futtermittel aufnehmen. Schweine reagieren empfindlicher als andere Tierarten auf Mykotoxine. Die Pilzgifte verursachen beispielsweise geringe Tageszunahmen, Unruhe, Durchfall, Umrauschen und kleine Würfe oder geschwächte Tiere, die auf Impfstoffe und Antibiotika kaum ansprechen. Weiters stellen sie eine Gefahr für viele Organe und Gewebe des Schweines dar. Besonders betroffen sind Leber, Darm, Nieren und das Immunsystem.

Aflatoxine sind Pilzgifte von bestimmten Pilz-Stämmen, die vor allem in subtropischen und tropischen Gebieten und weniger in Anbaugebieten der gemäßigten Klimazonen bedeutsam sind. Für Europa gelten sie deshalb als „importierte Toxine“. Betroffen ist vor allem Mais aus den USA, Südamerika und einigen tropischen Ländern Afrikas, Getreidesorten wie Reis und Hirse oder bestimmte Leguminosen (Ackerbohnen, Soja). Die Möglichkeit der Krebserzeugung ist in verschiedenen Tierversuchen sicher bewiesen, es zählt zu den am stärksten bekannten krebsauslösenden Substanzen, so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Hauptzielorgan ist die Leber. Die EU führte entsprechende Maßnahmen durch, um das Auftreten von Aflatoxinen bei verschiedenen Lebensmitteln zu minimieren, es wurden Höchstwerte festgelegt. Erzeugnisse, bei denen die Höchstwerte überschritten werden, dürfen in der EU nicht in Verkehr gebracht werden, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).