Die zunehmende Bodenversieglung in Österreich sorgt für Unmut nicht nur bei den Bauern. Derzeit besteht für die öffentliche Hand keinerlei Veranlassung, mit land- und forstwirtschaftlichen Flächen sparsam umzugehen. Die Grundstückspreise für diese Flächen liegen sehr niedrig. Vor allem der Straßenbau entwickelt sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten „Flächenfraß“ an landwirtschaftlichen Flächen. Auch die verhältnismäßig niedrigen Entschädigungssätze sorgen für Unverständnis bei unseren Landwirten und Grundbesitzern.

Beim Bau der S10 von Unterweitersdorf bis Freistadt wurden beispielsweise 260 Hektar Grund von den Bauern für die Straße abgetreten. Dabei wurden 66 Hektar für die Straße gebraucht und damit versiegelt und 194 Hektar wurden als Ausgleichsmaßnahmen, wie etwa ökologische Vorrangflächen, verwendet.

Beim Straßenbau erfolgt auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Grundflächen keine weitere landwirtschaftliche Nutzung mehr. Stattdessen werden im Zuge einer Straßenanlage Böschungen, Wassergräben, Wasserschächte und sogenannte Ausgleichsflächen geschaffen. Daher fordert die Freiheitliche Bauernschaft, die Entschädigungssätze für land- und forstwirtschaftliche Flächen nach den ortüblichen Baugrundstückspreisen anzugleichen. Das sorgt hoffentlich für einen sensibleren Umgang mit wertvollen bäuerlichen Flächen.

 

Ein Beitrag von Alois Affenzeller