Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sprechen sich für CETA aus. Die Arbeiterkammer sieht hohe Risiken auf die Bürger zukommen. Der Europaabgeordnete Franz Obermayr bezeichnet CETA als „trojanisches Pferd“.

Hermann Schultes, der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sprach sich kürzlich für das Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) aus. „Bei CETA hat man von vornherein klargestellt, dass man im Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittel die Standpunkte des anderen respektieren will“, meinte Schultes, der hinzufügt: „Wir finden in diesem Vertrag viele unserer Bedenken berücksichtigt.“ CETA sei nicht mit TTIP vergleichbar. Schultes spricht von einer großen Chance für die heimischen Bauern.

Geringe positive Effekte, gepaart mit hohen Risiken, damit rechnet die Arbeiterkammer. “Die Risiken und die damit verbundenen Kosten können für unsere Bürgerinnen und Bürger sehr hoch werden”, so der AK-Präsident Rudi Kaske. Nach Meinung der EU-Kommission soll CETA unabhängig von der ablehnenden Haltung der nationalen Parlamente provisorisch in Betrieb gehen, berichtet der EU-Abgeordnete Franz Obermayr aus Brüssel, der Mitglied des Ausschusses für internationalen Handel ist. „Und diejenigen, die auf das Scheitern des TTIP-Abkommens hoffen, seien gewarnt: Zehntausende US-Konzerne werden ihre Tochterfirmen in Kanada nutzen, um im Rahmen von CETA Vorrechte gegenüber unseren europäischen Firmen wahrzunehmen.“