Ende April verursachten Temperaturen von bis zu minus sechs Grad schwere Frostschäden auf insgesamt mehr als 25.000 Hektar. Besonders betroffen waren die Steiermark, das Burgenland und Niederösterreich. Durch den milden Winter war der Vegetationsbeginn heuer 14 Tage früher, das war die Ursache für den katastrophalen Schaden.

„Insgesamt rechnen wir mit einem Gesamtschaden in der Landwirtschaft von deutlich über 200 Millionen Euro“, so schätzte Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung den Schaden Ende April ein. Die Kirschenernte in Oberösterreich musste einen Ernteausfall von ca. 90 Prozent hinnehmen. Experten gehen in der Steiermark von einem Einbruch der Apfelproduktion von 88 Prozent aus und im Kamptal (Bezirk Krems), müssen manche Weinbauern Ernteausfälle von bis zu 100 Prozent befürchten.

Hagel, Starkregen und Überschwemmungsschäden in vielen Orten Österreichs läuteten Ende Mai den zweiten Abschnitt der „Katastrophensaison“ ein. Summiert man alle Schäden des heurigen Jahres (Stand August 2016), werden die Gesamtschäden des Vorjahres bereits übertroffen. Man spricht von einer Schadenssumme von mindestens 250 Millionen Euro. Als Hilfsmaßnahme aufgrund der Frostschäden und auch des Erzeugerpreistiefs bei Milch und Schweinefleisch hat der Ministerrat im Juli beschlossen, dass alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe heuer einen Quartalsbeitrag für die Sozialversicherung ausgesetzt bekommen. Bis 2019 werden diese aber nachzuzahlen sein. Um die Frostschäden auszugleichen soll auch Geld aus dem Katastrophenfonds fließen.