Die Landwirtschaftskammer Oberösterreichkritisierte jüngst die Preisgestaltung vieler Lebensmittelanbieter. Dadurch dass vor allem Diskonter oftmals Lebensmittel zu sehr niedrigen Preisen anbieten, entstehe beim Konsumenten der Eindruck, hochwertig produzierte Lebensmittel seien generell zu teuer. Es müsse dem Konsumenten aber wieder bewusst werden, dass Qualität ihren Preis habe.

Ziel solle es laut Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker sein, den im EU-Vergleich extrem hohen Anteil an Diskontpreisen bei Lebensmitteln wirksam zu reduzieren. Für Lebensmittel würden nur mehr 11,6 Prozent des Haushaltseinkommens ausgegeben, 1970 waren es im Vergleich dazu noch 25 Prozent. Trotz des mittlerweile geringen Anteils der Lebensmittelausgaben würden knapp ein Viertel der Frischeprodukte als Lockangebote verkauft. Bei Milchprodukten seien dies 25 Prozent, bei Fleisch und Geflügel 35 Prozent und bei Wurst und Schinken immerhin 22 Prozent.

Die Mehrkosten, die bei der Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln entstehen, müssten aber auch am Markt abgegolten werden. Dem Trend zur Wegwerfgesellschaft und zur „Geiz ist geil“-Mentalität müsse laut Reisecker konsequenter als bisher gegengesteuert werden. Eine wesentliche Grundlage dafür sei der weitere Ausbau der Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel. Während der heimische Lebensmittelhandel großteils auf heimische Qualitätslebensmittel setze, spiele die Herkunft beim Außer-Haus-Verzehr eine sehr untergeordnete Rolle. Daher sei die Förderung von regionalen Produkten und Bewusstseinsbildung der Konsumenten ein wesentlicher Faktor für faire Preise.