Groteske Steuerideen begleiten uns in der österreichischen Innenpolitik wie Gelsen in einem zu feuchten Sommer. Aber der neue Fleischsteuer-Vorstoß vom deutschen Umweltbundesamt und dem heimischen Agrarsteuerexperten Sinabell, scheint in dieser Hinsicht ein neuer skurriler Höhepunkt zu sein. 

Auf der einen Seite werden mit Hilfe der Hyperglobalisierung die Fleischpreise auf ein schändlich tiefes Niveau gedrückt. Die Auswirkung: Eine konventionelle Rinder- und Schweinemast kann nur mehr in riesigen Einheiten, fern von ökologischer Wirtschaftsweise, kostendeckend bewirtschaftet werden. Auf der anderen Seite beklagt man den hohen Treibhausgasausstoß, den die Milch- und Fleischproduktion verursacht. Um die Umwelt zu schützen, will man deshalb eine neue „Steuer mit Umweltschutzmascherl“ hervorzaubern. Frei nach dem Motto: Was die Liberalisierung ruiniert, saniert der Steuerzahler. Wie viele Stunden haben die Experten wohl investiert, um diese „Lösung“ auszubrüten? Vernünftig wäre es, endlich nachhaltig, in kleineren Einheiten produziertem Fleisch, durch eine eindeutige Kennzeichnung eine Chance auf einen höheren Preis zu geben. Mit schlechteren Produktionsstandards erzeugtes Fleisch müsste gleichzeitig entsprechend mit Strafzöllen und Strafsteuern versehen werden. Nur so kann Qualität, zu Gunsten von Umwelt und Gesundheit und im Interesse der heimischen Agrarbetriebe, wieder eine echte Chance haben.

 

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf