Bereits in diesem Monat könnten die Milchpreise europaweit wieder sinken. Der Grund: 350.000 Tonnen Magermilchpulver aus den Interventionslagern müssen auf den Markt gebracht werden. Welche zerstörerischen Auswirkungen die Liberalisierung des europäischen Milchmarktes auf die heimischen Milchbetriebe hat, scheint unseren Politikern nicht bewusst zu sein. 

China werde die „Milch aus Europa absaugen“, war sich damals Landwirtschaftsminister Rupprechter sicher. Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz heimische politische Entscheidungsträger geschlagen sind. Es hat nichts mit Wirtschaftskompetenz zu tun, wenn Vorgaben, die sich Schreibtischtäter aus Brüssel ausdenken, nachgebetet werden. Nebenbei werden von diesem Personenkreis alle konstruktiven Lösungsvorschläge als lächerlich abgetan. Was diese schrankenlose Milchmarktpolitik anrichtet, sieht man am Beispiel Afrika. Der Markt wird dort mit europäischer Billigstmilch überschwemmt, was die afrikanische Landwirtschaft in den Ruin treibt. Die Folgen sind Landflucht und Verelendung in den städtischen Ballungsräumen. Der ansteigende Migrationsdruck nach Europa steht damit in direktem Zusammenhang. Mit nachhaltigem Wirtschaften und verantwortungsvollem Handeln hat das nichts zu tun. Wir, die Freiheitliche Bauernschaft, fordern eine wirksame Mengensteuerung und einen garantierten Kostenausgleich für unsere, im internationalen Vergleich, kleinstrukturierte Landwirtschaft.

 

Ein Beitrag von Rudolf Dilly