Umweltschützer sprechen immer wieder davon, man müsse Wälder außer Nutzung stellen, um den Klimaschutz zu unterstützen. Dies widerspricht laut dem Deutschen Forstwirtschaftsrat jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnis. Ganz im Gegenteil: Nur junge, wachsende Wälder binden CO2. Holznutzung hält CO2 für Generationen fest. „Bauen mit Holz ist daher die wirksamste Klimaschutz-Möglichkeit. Ich erwarte von der Politik ganz wenig, aber wissenschaftliche Erkenntnisse muss sie akzeptieren. Dann haben Wälder eine gute Zukunft“, so der Präsident des Forstwirtschaftsrats, Georg Schirmbeck.

Holz mehrfach entlang der Wertschöpfungskette nutzen – das sei also sowohl ökonomisch als auch ökologisch vorteilhaft und wirke sich positiv auf die Treibhausgasbilanz aus. Bäume entziehen der Luft Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff, und die Bindung von Kohlenstoff in Biomasse, die dabei erfolgt, erreicht erstaunliche Ausmaße. Wenn der Wald einen Festmeter Holz produziert, entnimmt er der Luft eine Tonne CO2. Dabei werden 250 kg Kohlenstoff in Holz, Rinde, Zweigen, Blättern sowie in Wurzeln gebunden und 750 kg Sauerstoff freigesetzt. Der Wald produziert also mit einer Tonne Kohlendioxid mehr als einen Kubikmeter Holz. Unser bewirtschafteter Wald absorbiert Jahr für Jahr beträchtliche Mengen an CO2. Das ist aber nicht der maximale Beitrag, den die faszinierende Sonnenenergie-Fabrik Wald leisten kann. Wird das Holz, das in unserem Wald heranwächst, in langlebige Produkte wie Häuser verwandelt, so bleibt der Kohlenstoff dem natürlichen Kreislauf für Jahrzehnte, im besten Fall gar für Jahrhunderte entzogen.

Leben und Wirtschaften der Menschen in den Industriestaaten hängen heute ganz überwiegend von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran ab. Diese vier Energieträger werden jedoch zunehmend schwerer verfügbar sein. Die Verknappung, Verteuerung und Erschöpfung dieser Energieträger führen aber auch dazu, dass das Interesse an Holz als Rohstoff und Energieträger seit einiger Zeit stark zunimmt und weiter zunehmen wird. In Mitteleuropa bestehen besonders günstige Voraussetzungen für eine nachhaltige und produktive Forstwirtschaft.

In seiner Eröffnungsrede anlässlich des 9. Forst-Holz-Papier-Gesprächs in Salzburg sagte Schirmbeck: „Die ganze Welt beneidet Mitteleuropa um 300 Jahre nachhaltige, multifunktionale Forstwirtschaft. Und selbst das reicht einigen nicht: Sie wollen unsere Wälder unter Schutz stellen. Die Waldbesitzer haben die Wälder so bewirtschaftet, dass sie im Jahr 2016 schützenswert sind – das wird von den Unterschutz-Stellern nicht erkannt.“

Auch der bayerische Forstminister Helmut Brunner betonte: „Bauen mit Holz ist ein Gewinn für die Ökobilanz. Ich habe mich daher in Berlin immer als Gegenpol zu Flächenstilllegungen erwiesen. Schützenswerte Wälder sind erst durch die Bewirtschaftung entstanden.“