Solange wir Bauern für unsere Fleisch- und Milchprodukte einen Preis erzielen, der die Kosten nicht abdeckt, solange hat die gemeinsame Agrarpolitik ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Nein, keine staatlich geregelten Preise, die „Neue GAP“ muss die Chance auf einen fairen Preis grundsätzlich ermöglichen.

Ein Eckpfeiler muss eine verpflichtende, durchgängige Herkunftskennzeichnung sein, damit sich unsere hochwertigen Lebensmittel am Markt auch deutlich von denen unterscheiden, die mit schlechten Standards erzeugt werden. Verstärkt durch eine Herkunftsabgabe auf qualitativ schlechtere Produkte, wie zum Beispiel Palmöl, ergibt sich für uns wieder eine faire Marktchance.

Mindestpreise

Ein reflexartiger Protest, dass dies eine unsoziale Verteuerung der Lebensmittel bewirken würde, ist nicht angebracht. Der aktuelle Anteil der landwirtschaftlichen Rohstoffkosten in einer Semmel beträgt einen Cent (3%), im Wienerschnitzel 32 Cent (3%) oder bei Erdäpfeln 19 Cent (15%). Als dritter Punkt muss ein Mindestpreis gewährleistet sein. Ob das mit einer 3. Säule erreicht wird oder mit einer stärkeren Regionalisierung der Ausgleichszahlungen, nach Gunstlagen und Betriebsgrößen abgestuft, oder beides, bedarf einer breiten Diskussion. Modelle dazu gibt es jedenfalls, etwa vom Institut für ländliche Entwicklung in Kassel. Für das Weiterbestehen unserer bäuerlichen Betriebe, sind die anstehenden Entscheidungen lebenswichtig!

 

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf