Nach über einem Jahr langer Verhandlungen steht nun das neue OÖ-Jagdgesetz. Landwirtschaftskammer, Landesjagdverband und Landesrat Max Hiegelsberger einigten sich auf einen „großen Wurf“. 

Wichtigste Neuerung: die Wildschadensregelung wird geändert. Künftig müssen sich Grundbesitzer an den Prozesskosten beteiligen, wenn sie den Wildschaden zu hoch ansetzen. Bisher blieben die Jäger meistens auf den Gerichtskosten sitzen. Derzeit sind knapp 70 Gerichtsverfahren wegen überhöhter Schadensforderungen anhängig. Zukünftig werden zwei Experten die Grundeigentümer kostenlos bei der Schätzung des Wildschadens unterstützen, damit keine unrealistischen Forderungen mehr gestellt werden. Vor allem kleinere Schäden seien schwer zu schätzen.

Harte Gangart

Auch die Strafen für „schwarze Schafe“ unter den Jägern werden drastisch verschärft: wer sich schwere Verstöße zu Schulden kommen lässt, dem kann die Jagdkarte bis zu sieben Jahre entzogen werden (bisher 1,5 Jahre). Gegen wen ein behördliches Waffenverbot besteht, der verliert für dessen Dauer nun auch die Jagdkarte. Die Beteiligten Verbände zeigten sich mit der Reform zufrieden. Landesjägermeister Sepp Brandmayr sprach ganz unbescheiden von einem „wahrlich historischen Wurf“. „Zentrales Anliegen war sowohl für Jäger als auch Eigentümer eine möglichst vertretbare Regelung zu finden“, freute sich auch Landesrat Hiegelsberger.