Das Land Oberösterreich ehrt anlässlich des 100. Todestages den Bauernbefreier und Burschenschafter Hans Kudlich mit einer Sonderausstellung. Bis 15. Mai wird die Ausstellung in der Landwirtschaftskammer auf der Gugl in Linz gezeigt, danach im Landhaus.

Hans Kudlich gilt als der größte österreichische Bauernbefreier. Sein Antrag auf Aufhebung der Grunduntertänigkeit 1848 löste die größte Eigentumsverschiebung aus, die Österreich jemals erlebt hatte. Die Bauern wurden zu freien Eigentümern ihres Grund und Bodens, befreit von Robot, Zehent und anderen grundherrlichen Lasten. Kudlich wurde in Österreichisch-Schlesien in Lobenstein als Sohn wohlhabender Bauern geboren und studierte in Wien Philosophie und Jus. Er nahm an der Märzrevolution aktiv teil, musste aber wegen einer Verwundung vorübergehend in seine Heimat zurückkehren. Dort wurde er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt und wurde später bei der Burschenschaft Markomannia Prag Mitglied.

„Aufhebung des Unterthänig­keitsverhältnisses“

Am 24. Juli 1848 stellte er den berühmten Antrag auf „Aufhebung des Unterthänig­keitsverhältnisses“, der am 7. September zum Gesetz erhoben wurde. Nach dem Scheitern der Revolution floh er zunächst in die Pfalz, danach in die Schweiz wo er 1853 zum Doktor der Medizin promovierte. Im Jahr 1854 wurde er wegen seiner Teilnahme an der 1848er-Revolution in Abwesenheit zum Tode verurteilt und auf Drängen Österreichs aus der Schweiz ausgewiesen. Er übersiedelte – wie viele ehemalige 1848er – in die USA, wo er sich politisch für die Sklavenbefreiung einsetzte. Nachdem Kaiser Franz Joseph ihn 1867 begnadigte, besuchte er noch einige Male seine Familie in Österreich. Am 10. November 1917 verstarb Kudlich in Hoboken, New Jersey.