Die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Hilal Elver, hat zusammen mit ihrem für „gefährliche Substanzen“ zuständigen Kollegen Baskut Tuncak, in ihrem jüngsten Pestizidbericht vor einer massiven Ausweitung des Einsatzes von Pestiziden gewarnt.

Zudem werden die Geschäftspraktiken der Hersteller „mit ihren unethischen Praktiken“ scharf kritisiert. Vor allem in Entwicklungsländern mit niedrigen Sicherheits- und Umweltstandards beugen die Herstellerkonzerne nicht von sich aus den möglichen Gefahren vor. So endeten jährlich 200.000 akute Pestizidvergiftungen tödlich. „Gefährliche Pestizide belasten Regierungen mit beachtlichen Kosten und haben katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt, die menschliche Gesundheit und die ganze Gesellschaft“, warnt der Bericht. Und weiter: „Agrarpolitik, Handelssysteme und der Einfluss von Unternehmen auf die Politik müssen hinterfragt werden, wenn eine Abkehr von industriellen Lebensmittelsystemen mit ihrer Abhängigkeit von Pestiziden gelingen soll.“

UN: Ökologische Formen der Landwirtschaft

Der UN-Bericht empfiehlt vor allem ökologische Formen der Landwirtschaft als Lösung für die Welternährung. Hilal Elver fordert in ihrem Bericht, dass Staaten nationale Aktionspläne entwickeln, die Anreize für Alternativen zur chemischen Unkraut- und Schädlingsbekämpfung setzen und verbindliche Reduktionsziele mit klaren Zeit- und Zielvorgaben vorsehen.