Die mit 1.1.2017 in Kraft getretene Schweinegesundheitsverordnung ist vom Gesundheitsministerium unter Mithilfe der Landwirtschaftskammer ausgearbeitet worden.

Das fatale an der Geschichte: Man hat hier bei den Großbetrieben, als auch bei kleinen “Hobbybetrieben“ die gleichen Maßstäbe angesetzt. Außer bei den Übergangsfristen! Bei den großen Betrieben gibt es großzügige Übergangsfristen bis 2025, Betriebe unter 5 Zucht- oder 30 Mastschweinen müssen alle Anforderungen bis zum 31.12.2017 erfüllt haben, was praktisch unmöglich ist, da es dafür noch keine genauen Richtlinien gibt. Besonders gravierend sind die Auflagen für die Freilandhaltung. Hier sind Investitionen notwendig, die in die zehntausende Euro gehen könnten. Das könnte das Ende für den derzeit wachsenden Betriebszweig bedeuten. Viele Betriebe sind wegen des Trends zur Freilandhaltung wieder in die Schweinehaltung eingestiegen, von dem wiederum kleine Schlachtbetriebe profitieren. Nicht nur kleine regionale Wirtschaftskreisläufe mit höchster Konsumentenakzeptanz haben davon einen Nutzen. Diese extensive Haltungsweise ist auch die letzte Überlebenschance für alte, vom Aussterben bedrohte Schweinerassen. All das will man mit dieser völlig überzogenen Verordnung zerstören? Wo bleibt der Aufschrei der Bioverbände oder der Tierschutzorganisationen? Unsere Empfehlung für dieses unüberlegte Machwerk: Ab in den Mistkübel und zurück an den Start!

Ein Beitrag von Rudolf Dilly