Seit Anfang 2014 sind Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Polen bekannt, Österreich ist nach wie vor nicht betroffen. Seit Anfang des Jahres ist eine neue Verordnung in Kraft, welche die österreichischen Schweinebetriebe in die Pflicht nimmt.

Die Begründung des Gesundheitsministeriums zur Notwendigkeit der Schweinegesundheitsverordnung lautet: „Durch verstärkte Vernetzungen von Handelsströmen und die Erhöhung der Wildschweinedichte in Europa ist das Risiko der Einschleppung bzw. Weiterverbreitung von Krankheiten gestiegen.“ Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sieht das Risiko einer Einschleppung hauptsächlich „durch den Vertrieb von Rohfleisch- und Rohwurstprodukten von infizierten Haus- und Wildschweinen aus den betroffenen Ländern und durch kontaminierte Fahrzeuge, die aus den betroffenen Regionen kommen“. Mit der neuen Verordnung wurden allerdings Maßnahmen festgesetzt, die heimischen Schweinebauern, egal ob groß oder klein, zur Verhinderung einer Ausbreitung der ASP umzusetzen haben.

Finanzielle Herausforderung

Vor allem viele kleine Betriebe und Betriebe mit Freilandhaltung stehen somit vor einer erneuten finanziellen Herausforderung. Betroffene Bauern sind wütend: „Hier wird mit Atombomben auf Spatzen geschossen. Die Afrikanische Schweinepest steht schon seit 15 Jahren vor den Toren Europas!“, so Johann Stinglmayr, Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten, zum Werdegang der Verordnung im Interview mit dem „Landwirt“: „Bis zum Schluss hat eine Sorge überwogen: ob die Verordnung tatsächlich für die breite Masse der Schweinebauern in Österreich praxisverträglich ist. Das heißt, ob man nicht das Risiko eingeht, dass eine massive Aufgabe der Produktion stattfindet.“ Werden mit dieser Verordnung bewusst kleinere Betriebe aus der Produktion gedrängt? Die Strukturveränderung, hin zu immer größeren Betrieben, schreitet jedenfalls unaufhaltsam voran. Der „Verein gegen Tierfabriken“ hat dagegen keine Einwände, er sieht hingegen das Hauptproblem der Verordnung in der Erhöhung des Bußgeldes, das bei ungebetenem Betreten des Betriebes fällig wird.