Die öffentliche Konsultation über die neue GAP mit der EU-Kommission ist gerade zu Ende gegangen und zufrieden vermeldet die Kommission fast 323.000 Antworten, wobei knapp 50 Prozent aus Deutschland kamen.

97 Prozent kamen von Privatpersonen, aber nur sieben Prozent von ihnen haben beruflich mit der Landwirtschaft zu tun. Die Vereinigung der großen Bauernverbände (Copa) hat sich sowieso schon festgelegt: grundlegende Änderungen am 2-Säulensystem soll es nicht geben. Die Systembewahrer, samt Bauernbund, wünschen sich eine behutsame Weiterentwicklung und natürlich eine Entbürokratisierung. Die Preisentwicklung der letzten sechs Jahre lässt offenbar nicht bei allen die Alarmglocken läuten und scheint kein Grund zu sein, das System einmal ernsthaft zu hinterfragen.

Dabei stellt sich doch jetzt zumindest die Frage: Passen wir unsere Getreide- und Fleischpreise den erhöhten Einheitswerten an oder doch die Einheitswerte den schlechten Preisen? Die letzten politischen Entscheidungen müssen hier unbedingt korrigiert werden. Viele unserer Probleme sind politisch hausgemacht. Wie zum Beispiel die neue Schweinegesundheitsverordnung. In der Realität wird mit überzogenen und vor allem kostenintensiven baulichen Auflagen, kleineren Betrieben das Ausweichen auf Weidehaltung und neue Fleischqualitäten unmöglich gemacht. So wird das mit dem Feinkostladen Österreich bestimmt wieder nichts.

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf