Bürokratische Hürden, komplizierte Normen und Auflagen erschweren auch in Oberösterreich spürbar den sozialen Wohnbau. Denn dadurch würden die Baukosten stetig steigen.

Zu diesem alarmierenden Befund kommt eine von OÖ-Wohnbaureferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner in Auftrag gegebene Studie der TU Graz. Durch eine Reduzierung der Vorschriften bei der mechanischen Lüftung, überdimensionalen Fluchtwegslängen sowie der Barrierefreiheit könnten die Wohnungskosten um ganze 20 bis 30 Prozent zugunsten des Portemonnaies der Mieter gesenkt werden, so die Studie. Haimbuchner (FPÖ) betont, diese Vorschläge realisieren zu wollen. „Unser Ziel ist es, leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das gelingt uns auch mit der stabilen Neubauleistung von rund 2.500 Wohneinheiten im Jahr im mehrgeschossigen Wohnbau“, unterstreicht er. Der soziale Wohnbau trage „entscheidend zur Dämpfung der Wohn- und Mietpreise am Markt bei“.

Vor diesem Hintergrund stelle die spürbare Erhöhung der Baukosten im Zeitraum zwischen 2004 und 2014 eine erhebliche Belastung für das Land sowie die Mieter dar. Dank Wirtschaftlichkeitsparameter und Ausstattungskatalog sei es bisher trotzdem gelungen, leistbaren Wohnraum auf hohem Niveau anzustreben. Möglichkeiten, auch künftig Wohnraum zu schaffen, gebe es zweifelsohne, betont Haimbuchner: „In Städten könnte man durchaus nur 20 Prozent der Gebäude barrierefrei gestalten – mit Extraausstattungen zur Erleichterung für gebrechliche oder behinderte Menschen.“

Es sei jedoch dringend notwendig, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern sowie Normen zu entwirren und zu entschärfen. „Denkbar wäre es, verschiedene Arten des sozialen Wohnbaus zu errichten: Barrierefrei und mit Lift und/oder mit Vollausstattung. Wer sich das aber nicht leisten kann und will, soll ebenso ein Billigangebot haben können. Nur so kann sozialer Wohnbau und leistbarer Wohnraum mittel- und langfristig gewährleistet werden“, unterstreicht Haimbuchner mit Nachdruck.