Aufgrund einer Anfang August 2017 aufgetretenen massiven Verunreinigung der Kleinen Gusen durch unkontrolliert auslaufende Gülle wurde über eine Gewässerlänge von mindestens fünf Kilometern der Fisch- und Flußneunaugen-Bestand gänzlich ausgelöscht und andere am Gewässerboden lebende Tiere zum Großteil vernichtet.

In Neumarkt im Mühlkreis (Bezirk Freistadt) sind rund 100.000 Liter Gülle ausgeflossen. Bei einem Sturm hatte sich das Becken geöffnet, so dass die Gülle sich über eine Wiese in den Fluss ergießen konnte. Die Gülle hat dabei nicht nur die Kleine Gusen verunreinigt, sondern auch einen Hausbrunnen, mehrere Fischteiche und einen Bach. Die Verschmutzung soll mittlerweile bis in den Bezirk Perg reichen. In den anschließenden Tagen nach der Gülle-Einleitung meldeten sich bisher insgesamt sechs Geschädigte – vor allem Fischteichbesitzer.

Oberhalb der Gülle-Einleitstelle zeigt sich die Kleine Gusen in einem guten ökologischen Zustand. Darunter befinden sich seltene und unbedingt zu schützende Arten wie Bachneunauge und die Grüne Keiljungfer, welche sogar in der Flora Fauna Habitat Richtlinie genannt sind und im Europaschutzgebiet „Tal der Kleinen Gusen“ speziell als aquatische Schutzgüter definiert werden.

Erheblicher Schaden

Die Selbstreinigung des Gewässers und die natürliche Wiederbesiedelung durch Lebewesen werden sich voraussichtlich über Monate (kleinere Tiere) bis Jahre (Fische und Rundmäuler) erstrecken, zumal eine Zuwanderung von unten aufgrund zahlreicher künstlicher Wanderhindernisse kaum möglich ist. Der von der EU- Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte gute ökologische Zustand – welcher in dieser Gewässerstrecke bisher erreicht werden konnte – wurde schlagartig in den schlechten Zustand versetzt.

Für den Gewässerschutz ein drastisches Ergebnis. Von Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaft Freistadt und vom Land Oberösterreich seien Maßnahmen veranlasst worden, um das Schadensausmaß möglichst gering zu halten. Die Höhe des Schadens konnte bisher noch nicht genau beziffert werden.