Seit 1835 gibt es bei uns die Regelung, dass Grundmengen bei der Herstellung von Hausbrand steuerbefreit sind. Diese Regelung überdauerte politische Systeme seit 182 Jahren. Nun soll dieses alte Recht, das bei den EU-Beitrittsverhandlungen Österreich zugestanden worden ist, von der EU aufgehoben werden.

Die EU-Kommission spricht plötzlich von einem Verstoß gegen die EU-Alkoholsteuer-Richtlinie und übersandte Österreich im Frühling 2017 ein Mahnschreiben. Nach einer Stellungnahme der Republik sei nun wieder die EU am Zug, die darüber entscheidet, ob ein Verfahren gegen Österreich eingeleitet werde. Dabei ist der Zweck der EU-Richtlinie, nämlich den Binnenmarkt damit möglichst nicht zu beeinflussen, mit Sicherheit nicht gefährdet.

Doch nicht nur ein traditionelles Hausrecht steht auf dem Spiel, auch die Nutzung von Streuobstwiesen, die nicht nur einen hohen kulturellen und ökologischen Wert haben, sondern auch zur Sicherstellung der genetischen Vielfalt von Obstbäumen in unserem Land beitragen, sind davon betroffen. Die Verarbeitung des Obstes von Streuobstwiesen ist arbeitsintensiv und somit teuer im Vergleich mit anderen Anbaumethoden.

Die Verarbeitung zu hochwertigem, regionalem Schnaps ist gerade für viele kleine Betriebe eine Möglichkeit, über die Kostendeckung hinaus, dieses Streuobst zu verarbeiten. Dieser neue Plan der EU-Bürokraten ist somit auch als Angriff auf die Kulturlandschaft und die genetische Vielfalt des heimischen Obstes zu werten.

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf