Rund 1.000 österreichische Milchbauern haben im vergangenen Jahr den Betrieb eingestellt. Milchpreise von 26 Cent pro Liter konnten die Kosten für die Produktion nicht annähernd abdecken.

„Für eine kostendeckende Produktion wären laut Landwirtschaftskammer 42 Cent pro Liter notwendig“, berichtete der ORF im Gespräch mit Horst Jauschnegg, Leiter der Tierzuchtabteilung der LK Steiermark. Von Jänner bis Juli 2017 lag der Durchschnitt bei 39,74 Cent pro Liter Milch. Trotz des gestiegenen Butterpreises erhalten die Milchbauern noch immer keinen kostendeckenden Preis für ihr hochwertiges Produkt. „Fünf Kilo Butter isst jeder Österreicher durchschnittlich pro Jahr. Da drückt die Preiserhöhung von 50 Cent für 250 Gramm mit weniger als einem Euro pro Monat auf die Geldbörse.

Das ist doch verkraftbar“, so Helmut Petschar, Geschäftsführer von Kärntnermilch und Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Jetzt seien die Preise angemessen, sagt Bauernbund-Präsident und NAbg Georg Strasser über den aktuellen Butterpreis. Bezüglich des aktuellen Milchpreises betont dieser: „Jetzt können die Betriebe wieder wirtschaften.“ Mit „wirtschaften“ hat die aktuelle Preislage jedoch noch immer nichts zu tun. Und für wen die Butterpreise jetzt angemessen sind, darüber lässt sich mutmaßen.

Fakt ist, dass die Milchbauern beim Milliardengeschäft mit dem „Weißen Gold“ das nachsehen haben. „Ein Milliardengeschäft in dem die Kuh zwar im Zentrum des Geschehens steht, gleichzeitig aber schwächstes Glied der Kette ist“, heißt es im neuen Film „Das System Milch“ des Südtiroler Dokumentarfilmregisseur Andreas Pichler.