Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) eine Studie über die EU-Agrarpolitik erstellt. Das ZEW bezeichnet die Gemeinsame Agrarpolitik als „anachronistisch“, das heißt als unzeitgemäß.

Ihre starke Bedeutung im EU-Haushalt sei heute nicht mehr zu rechtfertigen. Die ZEW-Experten ziehen aus den Ergebnissen der Studie folgenden Schluss: „Die Förderung europäischer Bauern aus dem Haushalt der Europäischen Union sollte nach dem Jahr 2020 zurückgefahren werden. Dass mit mehr als 400 Milliarden Euro immer noch gut ein Drittel des Brüsseler Haushalts im aktuellen Finanzrahmen in die Landwirtschaft geht, ist nicht mehr zeitgemäß.

Hier sollten erhebliche Mittel in neue Politikfelder mit wirklichem europäischen Nutzen wie Verteidigung, Migration und Außenpolitik umgelenkt werden“, so Prof. Dr. Friedrich Heinemann (Bild), Autor der Studie. Es wird empfohlen, die Kosten der Agrarförderung im EU-Haushalt durch eine stärkere nationale Eigenbeteiligung zu senken. „Wenn Mitgliedstaaten unbedingt ihre Landwirte im Verhältnis zu anderen Wirtschaftszweigen privilegieren wollen, sollen sie die Kosten nicht länger voll auf den europäischen Steuerzahler abwälzen“, so Heinemann.