Der französische Umweltminister Nicolas Hulot kündigte gegenüber der Agra-Presse an, dass sich Frankreich in der EU-Kommission gegen eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat aussprechen werde.

Die Zulassung des Herbizidwirkstoffs läuft Ende des heurigen Jahres aus. Die EU-Kommission hatte sie 2015 verlängert, nachdem die 28 EU-Mitgliedstaaten in den zuständigen Ausschüssen zu keiner qualifizierten Mehrheit gekommen waren. Der aktuelle Vorschlag der Kommission sieht vor, die Zulassung um weitere zehn Jahre zu verlängern. Zuletzt hatte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis deutlich gemacht, dass es keine Neuzulassung ohne eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten geben werde. Damit solle sichergestellt werden, dass die Verantwortung für eine Neuzulassung des Herbizidwirkstoffs gemeinsam von den Mitgliedsstaaten getragen werde.

Heftige ablehnende Reaktionen gegen die Ankündigung des französischen Umweltministers gab es von verschiedenen landwirtschaftlichen Interessenvertretern, die sich gemeinsam in einem offenen Brief an Staatspräsident Emmanuel Macron wandten. Eine französische Position gegen die Neuzulassung des Wirkstoffs sei „nicht zu rechtfertigen“. Ein Verzicht auf Glyphosat ohne absehbare Alternative könnte für die Branche einen wirtschaftlichen Verlust von annähernd einer Mrd. Euro bedeuten und würde die schwierige wirtschaftliche Situation der Bauern noch verschärfen.

Der Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) betonte, dass Glyphosat das wirtschaftlichste aller Pflanzenschutzmittel sei, hoch wirksam in geringen Konzentrationen und „wahrscheinlich eines der am wenigsten giftigen Herbizide“. Ein Wegfall würde die Bauern zwingen, auf andere Wirkstoffe mit höheren Dosierungen zurückzugreifen, was „ein Rückschritt für die Umwelt“ sei. CR forderte die Politik daher auf, sich von „ideologischen Zugängen“ bei diesem Thema zu lösen.