Jeder dritte österreichische Landwirt hat in den vergangenen 20 Jahren das Handtuch geworfen. Trotz Gemeinsamer Agrarpolitik oder etwa auch genau deswegen? Die EU stülpte ihre Wirtschaftspolitik auch über die Landwirtschaft. Oberste Priorität hatte das Absenken der Agrarpreise auf Weltmarktniveau, um im Export stärker zu punkten.

Der Preisausgleich ist vom 1. ha bis zum 10.000 ha gleich hoch. Diese Politik heizt das Bauernsterben nach wie vor an. Die Steigerung der Produktion war und ist die einzige Möglichkeit für viele Bauern dieser absurden Politik die Stirn zu bieten, denn mit der Menge kommt mehr Geld – mehr als durch Qualität. Doch anstatt die Rahmenbedingungen für eine strukturerhaltende Landwirtschaft positiv zu verändern, wurde seitens des Bauernbundes dieser Trend mit dem Slogan „Wachsen oder Weichen“ beworben.

Und noch immer heißt die Parole von Bauernbund und Landwirtschaftskammer für die GAP 2020: Weiter so, vielleicht mit ein bisserl weniger Bürokratie! Die Ausdünnung des ländlichen Raumes wird so zum Programm. In den Vorschlägen von Minister Rupprechter zur Wiederbelebung des ländlichen Raumes, liest man übrigens kein Wort über die Agrarpolitik. Wir fordern: Eine durchgängige Herkunftskennzeichnung. Die ersten 10 und 20 ha müssen doppelt und 3-fach ausgeglichen werden und die gestiegenen Belastungen sind zurückzunehmen. Dann besteht die Chance auf eine strukturerhaltende, bäuerliche Landwirtschaft.

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf