Österreich ist eine Kulturlandschaft. Orte echter und vom Menschen unberührter Wildnis gibt es kaum noch. Vor allem unsere Landwirte haben unsere Heimat über Jahrhunderte zu der einzigartigen Landschaft geformt, in der wir heute leben dürfen. Diese Entwicklung führte aber auch dazu, dass viele Wildtiere verdrängt wurden und dem Menschen weichen mussten. Der Wolf und der Luchs gehörten zu dieser Spezies.

In der Politik mit ihren verschiedenen Zuständigkeiten und Interessenlagen ist vor allem die Frage der großen Beutegreifer immer heiß diskutiert worden. Man hat den Eindruck, dass hier oft mit viel ideologischer Verblendung und wenig wissenschaftlichen Argumenten und kühlem Kopf argumentiert wird. Wie kompliziert die Frage eines Wolfsmanagements ist, zeigt aber auch die Frage der Kompetenzen. Da der Wolf im Jagdrecht geführt wird, ist für diese Fragen in Oberösterreich zunächst der Agrarlandesrat Max Hiegelsberger zuständig und nicht – wie oft angenommen – der Naturschutzreferent.

Zu beneiden ist Max Hiegelsberger um diese Aufgabe aber nicht: Vor allem die mediale Macht der Naturschutz-NGOs, die den Wolf rückhaltlos befürworten, sorgt dafür, dass sowohl die Jägerschaft als auch die Politik sich in dieser Frage nicht vorwagen wollen. Irgendwann wird es aber einen Managementplan mit Augenmaß auch für den Wolf geben müssen, der von breiter Zustimmung über alle politischen Lager hinweg mitgetragen werden kann.