Die Landesjagdverbände haben ein neues Leitbild „Jagd Österreich“ vorgestellt. Neben dem Erhalt von Traditionen soll auch der Naturschutz mehr in den Fokus rücken.

Die Imagesuche der Jäger in Österreich mündete am 2. Oktober in die Unterzeichnung eines neuen Leitbildes „Jagd Österreich“ durch die neun Landesjägermeister in Kufstein. In einem Festakt im Raiffeisenhaus in Wien wurde das Dokument kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Dornbirner Unternehmensberater Peter Vogler hatte im Auftrag der neun Landesjagdverbände ein Jahr lang das aktuelle Image der Jagd mit Umfragen unter Personen, die mit der Jagd verbunden sind, erhoben. Sein Fazit lautet: „Es geht darum, das Verständnis für die Jagd, ihre Leistungen und Kompetenzen zu fördern und in der breiten Bevölkerung wieder stärker sichtbar zu machen.“

Vogler befragte über 200 Personen zur Jagd. Unter anderem Forstwirte, Veterinäre, Funktionäre der Landesjagdverbände, Jagdschutzorgane oder Vertreter der Landwirtschaftskammern. Das eindeutige Ergebnis ist, dass die Jagd immer noch stark in der Tradition des ländlichen Raumes verhaftet ist, was die Befragten als sehr wichtig empfänden. Ebenso wichtig seien aber laut Vogler auch Zukunftsfragen wie „angewandter Naturschutz“ oder „Lebensraumsicherung“.

Hier solle die Jagd wieder mehr als Ansprechpartner empfunden werden. Einen ebenso hohen Stellenwert soll aber auch die verantwortungsvolle Ausübung des „Handwerks Jagd“ und die Produktion des hochwertigen Lebensmittels Wildbret einnehmen. „All das wird künftig bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Jagdausübung im Vordergrund stehen“, so Vogler, selbst ein passionierter Jäger.

Besonders die „Nachwuchsgewinnung“ von Jungjägern und das Bild der Jagd in der jungen Bevölkerung bildet einen Schwerpunkt zukünftiger Imagepflege der Jäger. Der OÖ-Landesjägermeister Sepp Brandmayr überlegt beispielsweise nach deutschem Vorbild, die Jagdprüfung ab 16 einzuführen: „Wir überlegen, das Alterslimit für die Jagdprüfung auf 16 Jahre zu reduzieren, um den Landwirtschaftsschülern entgegenzukommen.“