Der ORF ist im September seinem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag nachgekommen und hat in der Sendung „Menschen und Mächte“ über die schrumpfende Zahl der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe berichtet. Dokumentarfilmer Peter Liska versuchte sich dabei den Sorgen und Nöten von Kleinst- und Großbetrieben unter dem Titel „Bauernleben – Bauernsterben“ anzunähern. Im Film ist es gelungen, auch Nicht-Bauern zu sensibilisieren.

Trotz vieler kleiner Lichtblicke, die verantwortliche Agrarpolitiker gerne als große Erfolge verkaufen, werden die Bauern von Jahr zu Jahr weniger. Diese Entwicklung hält bereits seit Jahrzehnten an. Trotzdem genießen Österreichs Bauern nicht nur im Inland großes Vertrauen und diejenigen, die es noch gibt, produzieren hochwertige Produkte, die auch international von außerordentlicher Qualität sind.

Doch nicht nur in der Lebensmittelproduktion sind die Bauern ein wichtiger Faktor für Österreich – auch in der Erhaltung der Kulturlandschaft, im Umweltschutz und nicht zuletzt im Brauchtum sind bäuerliche Strukturen entscheidend. Dennoch führen die Bauern überall in Europa – und besonders im kleinen Österreich – einen täglichen Kampf ums Überleben.

Gegen den freien Markt, die Globalisierung, den Preisverfall. Viele Landwirte sind daher vorsichtig, ja skeptisch, wenn Journalisten anrufen, am Hof vorbeischauen wollen, sich für Lebensgeschichten, den bäuerlichen Alltag und das „Bauernsterben“ interessieren. Vor allem jene, die den Betrieb aufgegeben haben oder ans Aufhören denken, sind kaum für ein Gespräch zu gewinnen und wollen nicht vor die Kamera treten. Diejenigen Bauern, die Peter Liska für seine Dokumentation gewinnen konnte, erzählen dann aber dennoch beeindruckende Geschichten – über ihre Beweggründe, ihre Motivationen und ihre Zukunftsängste. Liska portraitiert Vertreter des Bauernstandes, die unterschiedlicher nicht sein können: einen bäuerlichen Kleinstbetrieb etwa, oder einen Bauern, der vom Wachstumskurs um jeden Preis überzeugt ist. So lernt der Zuseher verschiedene Konzepte kennen, wie Bauern auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren wollen.

Dass die Anzahl der Betriebe dennoch jährlich abnimmt, hat laut Liskas Film vielerlei Gründe. Oft sind sie primär wirtschaftlicher Natur. Es mangelt an Hofnachfolgern. Auch an Frauen – die sich immer seltener für ein Leben am Hof interessieren. Und es gibt andere Lebenspläne, die sich von jenen der Eltern unterscheiden. Auch das Sozialprestige wandelte sich im Laufe der Jahrzehnte. Früher waren sie angesehen im ganzen Dorf – stolze, selbstbewusste Bauern. Doch dieses Image hat sich merklich geändert.

2016 hat sich Filmemacher Peter Liska bei Österreichs Schweinebauern umgesehen, um den Werdegang des Schnitzels zu dokumentieren. Diesmal hat er sich auf andere Landwirtschaftsbetriebe konzentriert. Der Film „Bauernleben – Bauernsterben“ versteht sich als Reise durch Österreich, zu abgelegenen Bergbauernhöfen, zu einem der größten Milchbauern, zu Biopionieren, zu Jungbauern, die für Kalender posieren, vom eigenen Hof träumen, zu Landwirten, die ihn alleine erhalten, weil sie Junggesellen sind und keine Frau an ihrer Seite haben. Peter Liska gelang damit ein interessantes Filmdokument, dass einen Querschnitt der heutigen Situation des Bauernstandes zeigt.