Eine einseitige Ernährung schadet nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Feldhamster. Wissenschaftler der Universität Straßburg haben in einer Studie nachgewiesen, dass eine „Mais-Diät“ einen Vitamin- B3-Mangel beim Feldhamster verursacht. Was dieser zur Folge hat, ist kaum zu glauben.

Das Verbreitungsgebiet der Feldhamster reicht von Belgien über Mittel- und Osteuropa bis in das nordwestliche China. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Bestände der Feldhamster allgemein stark verringert. In Österreich war der Feldhamster früher vermehrt im Osten, vor allem in Niederösterreich und im Burgenland, anzutreffen. Als Ernteschädling war er damals gefürchtet und wurde bekämpft. Heute ist die Veränderung seines Lebensraumes sein größter Feind und zählt deshalb nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu den geschützten Tierarten. In Frankreich sollen die Hamsterbestände um 94 Prozent zurückgegangen sein, die meisten Populationen sollen dort von Maisfeldern umgeben sein.

Die Aktionsräume von Feldhamstern liegen im Durchschnitt zwischen 0,1 und zwei Hektar. Da Felder heutzutage, in den meisten Fällen, deutlich großer als zwei Hektar sind und Monokulturen zunehmen, ist es naheliegend, dass Tiere wie der Feldhamster keine Chance auf eine ausgewogene Kost haben. Was eine „Mais-Diät“ bei diesen Tieren bewirkt, haben Wissenschaftler der Universität Straßburg untersucht und erstaunliches zu Tage gebracht: Weniger als zwölf Prozent der Jungen haben überlebt. Der Grund: Die Weibchen verlieren ihren Mutterinstinkt, vernachlässigen den Nachwuchs, nehmen ihn schließlich als Futter wahr, fressen ihn auf. Bei den Hamsterweibchen wurden außerdem Hyperaktivität, verdicktes Blut und demenz-ähnliche Symptome festgestellt.

Die Ursache: Die Forscher konnten einen Vitamin-B3-Mangel für dieses Verhalten nachweisen. „Es ist daher dringend nötig, wieder eine größere Pflanzenvielfalt in landwirtschaftliche Anbaupläne einzuführen. Nur so können wir sicherstellen, dass Feldtiere Zugang zu einer ausreichend vielseitigen Nahrung bekommen“, betonen die Wissenschaftler.