Ende letzten Jahres lüftete Agrarkommissar Hogan seine Pläne zur künftigen GAP. Nichts Konkretes und doch Anlass für hohe Nervosität. Der springende Punkt ist, dass er den Ländern mehr Gestaltungsspielraum zugestehen und dabei die Erreichung der zentralen Zielsetzungen, die Erhaltung der Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels, kontrollieren will. Die Aussichten auf mehr Freiheiten und Berücksichtigung nationaler Besonderheiten gefallen aber nicht jedem, interessanterweise auch nicht der österreichischen Kammerspitze. „Ja, da können wir nichts ändern, das gibt uns die EU vor“, solche Phrasen würden dann nicht mehr als Ausrede gelten. Anstatt sich vor der Verantwortung für den neu gewonnenen Gestaltungsspielraum zu fürchten, könnten endlich die versprochenen Vereinfachungen, die stärkere Förderung für die kleineren Betriebe oder die bessere Förderung des nationalen Eiweißanbaues, schon alleine aus Klimaschutzgründen, und vieles anderes mehr, angegangen werden.
Die Geschichte der GAP, eingeführt 1962 unter dem Kommissar Mansholt, war eine wechselhafte. Viele Weichenstellungen waren fragwürdig, einige geschahen aber auch mit Weitblick. Genau ein solcher wäre wieder einmal angebracht. Hogans Ankündigung hätte das Zeug dazu, falls er nicht bis zum Herbst, bis dahin möchte er die konkreten Konzepte nachliefern, zurückgepfiffen wird.

Ein Kommentar von Franz Graf