Im vergangenen Jahr war der Ertrag bei der Braugerste durch die klimatischen Bedingungen eine echte Herausforderung. Nach einem späten Kaltlufteinbruch Mitte April erreichte der Mai neue Hitzerekorde. Hitze und Trockenheit hielten bis zur Ernte an.

Der braufähige Anteil der Sommergerste war dadurch bescheiden. So meldete Statistik Austria für 2017 Durchschnittserträge von nur 4,3 t/ha. Im Jahr 2016 waren es noch 5,5 t/ha. Auch der braufähige Anteil der Sommergerste ist mit nur 36 % deutlich geringer als 2016. Die heimische Brauindustrie benötigt jährlich rund 200.000 to Braugerste und importiert deshalb rund 80.000 Tonnen. Diese Mengen stammen zumeist aus osteuropäischen Staaten wie Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

Dennoch wird für die Brauindustrie der regionale Bezug der Produkte immer wichtiger, vor allem weil der Konsument immer mehr sensibilisiert ist. Auch die Diskussion um Glyphosat-Rückstände in Bieren von Brauereibetrieben, die ihre Ausgangsstoffe aus dem Ausland – hier vor allem Deutschland – beziehen, trug dazu bei.

Die LK NÖ analysierte daher im Jahr 2017 15 heimische Braugersten von verschiedenen Aufkäufern auf Rückstände von Glyphosat. In keiner einzigen Probe wurde dieser Wirkstoff nachgewiesen. Den Bierbrauern, die in den medialen Chor mit der Forderung nach einem Verbot von Glyphosat eingestimmt haben, sei somit geraten, beim Einkauf auf österreichische Herkunft zu achten, denn durch das Verbot des Sikkationsverfahrens in Österreich, sind im Endprodukt auch keine Glyphosat-Rückstände festzustellen.