Kaum ist die Diskussion über CETA abgeklungen, rückt bereits ein neues Handelsabkommen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die EU führt seit mehr als zehn Jahren intensive Gespräche mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur über Handels­erleichterungen. Die EU und der Mercosur sind zwei der größten Märkte der Welt, die schon heute intensiv Handel miteinander treiben. Für knapp 90 Mrd. Euro tauschten sie im vergangenen Jahr Waren aus. Der Mercosur exportiert hauptsächlich Agrarprodukte, während die EU vor allem Maschinen und Chemikalien nach Südamerika liefert. Von einem Freihandelsabkommen erhoffen sich beide Seiten große Gewinne.
Erstaunlicherweise kommt diesmal ausgerechnet Kritik aus dem Bauernbund, der noch bei den CETA-Verhandlungen in euphorische Verzückung ausbrach. Jetzt macht man sich auf einmal Sorgen um den Rindfleischmarkt, der durch ein Freihandelsabkommen mit Südamerika unter Druck geraten könnte.