Bei Nutztieren ist der Erreger „Neospora caninum“ Verursacher der Infektionskrankheit Neosporose, die Todgeburten beim Rind verursacht. Da der Erreger mit dem Hundekot verbreitet wird, muss besonders in der Weidezeit verstärkt auf die Gefahr von Hundekot im Grundfutter hingewiesen werden.

Der Erreger wurde erst vor knapp 20 Jahren entdeckt. Bekannt ist, dass der Hund der bis jetzt einzige bekannte Endwirt ist. Das heißt, er trägt die infektiösen Stadien des einzelligen Parasiten in sich und scheidet sie aus. Der Hund kann sich durch die Aufnahme von rohem Fleisch infizieren. Die ausgeschiedenen Parasiten-Eier sind äußerst widerstandsfähig, sie können Wochen bis Monate im Futter oder Wasser überleben.

Als natürliche Zwischenwirte sind bislang Rinder, Büffel, Schafe, Ziegen, Pferde, Füchse und auch der Hund selbst bekannt. Nehmen diese Tierarten die Neospora-Eier mit dem Futter oder Wasser auf, kommt es zum Befall von verschiedenen Organen, der Frucht (Fötus) und der Fruchthüllen (Plazenta). Die schwerwiegendsten Auswirkungen dieser Infektion sind die Reproduktionsstörungen beim Rind. Die Aborte treten vom 3. Trächtigkeitsmonat bis zum Ende der Trächtigkeit auf, eine auffällige Häufung der Fälle zeigt sich im 5.- 6. Trächtigkeitsmonat, schreibt das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit.

Zur Zeit sind keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt, deshalb ist die einzige Möglichkeit gegen den Parasiten vorzugehen, die Infektionskette zu unterbrechen: Kein rohes Fleisch an Hunde verfüttern, Mutterkühe auf den Erreger testen, keine infizierten Tiere zur Zucht verwenden und vor allem Hunde von Futterwiesen fern halten. Freilaufende Hunde haben auf landwirtschaftlichen Flächen grundsätzlich nichts zu suchen, denn auch Niederwild wird dadurch beunruhigt. Oft liegt es an der Unwissenheit der Hundeführer und ein Gespräch, oder das Aufstellen von Informationstafeln wie „Hier beginnt die Salatschüssel meiner Kuh und nicht das Klo Ihres Hundes“, hilft beiden Parteien weiter.