Die Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ hat eine „Task Force Landwirtschaft“ eingesetzt, in der regelmäßig Maßnahmen und Ziele besprochen werden. Der Obmann der Freiheitlichen Bauern in Oberösterreich, LAbg. Ing. Franz Graf, ist Mitglied dieser Task Force und berichtete den Zuhörern. Als Vortragende konnte Graf auch LHStv. Dr. Manfred Haimbuchner und Mag. Robert Ablinger begrüßen.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass es der neuen Bundesregierung gelingen wird, wichtige Maßnahmen für unsere Landwirte umzusetzen. Die Task Force sorgt dafür, dass Dinge gleich auf den Tisch kommen, ohne lange Umwege“, leitete Franz Graf sein Referat ein. „Vor allem was die Hilfe für Schadereignisse angeht, soll schnell und unbürokratisch gehandelt werden. Das Maßnahmenpaket zur Unterstützung unserer Land- und Forstwirte ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Gleichzeitig zeigte sich Graf überzeugt, dass auch die Konsumenten inzwischen die Wichtigkeit der heimischen Landwirtschaft erkennen werden: „Ein freier und leistungsfähiger Bauernstand ist Voraussetzung für den Erhalt der natürlichen Existenzgrundlagen unserer Heimat.

 

Rücksichtnahme

Eine flächengebundene, strukturerhaltende land- und forstwirtschaftliche Produktion nimmt auf das kleinräumige natürliche Gleichgewicht Rücksicht, schont die natürlichen Ressourcen und schafft die für Österreich typische bäuerliche Kultur- und Erholungslandschaft.“ Auch die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel nach dem französischen Modell („Geburtsland-Aufzuchtsland-Schlachtland“) solle durch die Bundesregierung nun rasch umgesetzt werden. Gleichzeitig sollen bessere Bedingungen für die Direktvermarktung geschaffen werden, indem man etwa Erleichterungen bei der Registrierkasse und praxistaugliche Hygienevorschriften schaffe, berichtete Graf aus der Task Force.

 

Heimat und Landwirtschaft sind untrennbar verbunden

Für Landeshauptmann-Stellvertreter und FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner ist die Haltung, die die Menschen zu Natur und Landwirtschaft einnehmen, immens wichtig. Hier gelte es anzusetzen: „Es kommt darauf an, dass der Heimatbegriff eng mit der Landwirtschaft verbunden ist. Wir werden daher auch eine Initiative starten, damit der Begriff der Heimat in die oberösterreichische Landesverfassung aufgenommen wird.“ Der langfristige Erhalt der landestypischen Brauchtümer und Traditionen sei vor allem in Zeiten mit hoher Zuwanderung von Bedeutung, setzte Haimbuchner fort. „Nicht wir werden unsere Traditionen ändern, sondern unsere Traditionen und unser Brauchtum stellen einen Wert an sich dar, an dem nicht gerüttelt wird“, stellte der freiheitliche Landesparteiobmann klar.

 

Brauchtum und Tradition

Im gut besuchten Prälatenkeller des Stiftes Reichersberg im Innviertel betonten Graf und Haimbuchner, dass der Bauernstand nicht nur für die Ernährungssicherheit, sondern auch für den Erhalt des landestypischen Brauchtums und der Traditionen wichtig sei. Einen besonders wichtigen fachlichen Einblick lieferte Mag. Robert Ablinger von der Landwirtschaftskammer OÖ, der die anwesenden Landwirte in seinem Vortrag auf die Wichtigkeit des Steuerrechts hinwies. „Ich habe einmal zu den Schülern in St. Florian gesagt, die Matura ist die letzte Gelegenheit, sich zu verrechnen, ohne dass es sehr teuer wird!“ Ablinger appellierte daher an seine Zuhörer, sich eingehend mit dem Steuerrecht für Land- und Forstwirte zu beschäftigen und die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen: „Fehler in steuerlichen Dingen können sehr teuer werden und sind extrem ärgerlich. Mit etwas Erfahrung kann man diese Fehler vermeiden und sich auf seine Betriebsführung konzentrieren.“

 

Dieser Artikel erscheint in der Printausgabe 05/06 2018 vom 15.06.2018