Ob Spargel, Äpfel, Essiggurkerl oder Erdbeeren, in der Erntezeit werden viele Hände gebraucht, doch diese sind nur mehr schwer zu finden. Saisonarbeiter aus Osteuropa bleiben zunehmend aus.

Klaus Hraby, Geschäftsführer von Efko, berichtet, dass allein in Betrieben, die Efko beliefern, etwa 250 Arbeitskräfte fehlen würden: „Die Ernte heuer ist unter Druck. Nächstes Jahr ist sie in Gefahr.“ Der Grund: Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa gehen lieber nach Deutschland, denn dort bekommen sie höhere Nettolöhne, da keine Abgaben für Urlaub, Versicherung oder 13. und 14. Gehalt gezahlt werden müssen. Zusätzlich wird das Kontingent für Saisonarbeitskräfte aus Staaten, die nicht zur EU gehören, von Jahr zu Jahr verringert. Unsere deutschen Nachbarn berichten außerdem von dem gescheiterten Versuch, Langzeitarbeitslose oder Asylberechtigte für die Feldarbeit zu motivieren. „Die meisten waren nicht mehr in der Lage, acht Stunden lang körperlich so hart zu arbeiten“, sagt Burkhard Möller vom Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände.

 

Dieser Artikel erscheint in der Printausgabe 05/06 2018 vom 15.06.2018