Wie kann unser Wald zukunftsfit gemacht werden? Unter dieser Fragestellung traf sich der Verein Pro Silva am 21. und 22. März in Schärding, um sich bei Waldbegehungen und regen Diskussionen der Frage eines Zukunftskonzeptes im Waldbau anzunähern.

Das erste Exkursionsziel war der Staatspreisbetrieb von Martin Kislinger in St. Roman, der es trotz vieler Konflikte schaffte, auf eine naturnahe Bewirtschaftung umzustellen. Zusammen mit fünf anderen bäuerlichen Waldbesitzern mussten dabei zahlreiche Widerstände überwunden werden, bis es gelang, den Wald entsprechend umzubauen.
Das in Oberösterreich übliche System der Verbißbeurteilung durch Weiser- und Vergleichsflächen stellte Landesforstdirektorin Elfriede Moser den Teilnehmern an einem weiteren Exkursionspunkt vor: „Es geht vor allem darum, bei gemeinsamen Begehungen eine Vertrauensbasis und eine Objektivierung der Beurteilung der Verbißsituation zu erreichen.“

Ein besonderer Leckerbissen für die etwa 50 Teilnehmer stand mit dem Besuch des Arboretums in St. Roman auf dem Programm. Dr. Felix Bentz, eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der Waldberatung, präsentierte seinen etwa 1.200 Baumarten umfassenden Schaugarten. Neben seinen profunden Anmerkungen zum Waldbau mahnte er aber auch, dass der Mensch nie vergessen dürfe, dass er Geschöpf innerhalb der Schöpfung sei: „Die Frage ist doch: Darf der Mensch alles, was er kann?“
Auch der Abend stand ganz im Zeichen des freien Gedankenaustausches. Zum „Silvasophikum“ lud der Verein diesmal den Präsidenten der LK OÖ Ing. Franz Reisecker, der mit den Teilnehmern auch über unbequeme Wahrheiten und blinde Flecken der Landwirtschaftspolitik sprechen musste.

Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmer den Forstbetrieb Neureichenau der Bayerischen Staatsforste im Landkreis Passau. Die Betriebsleiterin Gudula Lermer hatte durch den Sturm „Kolle“ etwa 200.000 fm Schadholz zu verarbeiten. Man könne sehr froh sein, dass man im Neuburger Wald bereits seit den 1980er Jahren auf natürliche Verjüngung größten Wert gelegt habe, denn die Vorausverjüngung – mit Masse Tannen – bestehe bereits auf 60 Prozent der Fläche.

 

Dieser Artikel erscheint in der Printausgabe 05/06 2018 vom 15.06.2018