Am Saatgutmarkt werden die Karten neu gemischt

Monsanto führt die Liste der weltgrößten Agrarchemie-Konzerne an. Seit den 1990er Jahren hat das Unternehmen rund um die Welt Firmen aufgekauft und beherrscht nun ein Viertel des weltweiten kommerziellen Saatgutmarktes. 

Dabei führen die aufgekauften Firmen in den meisten Fällen ihren ursprünglichen Namen weiter, die Zugehörigkeit zu Monsanto ist somit nicht klar ersichtlich. Syngenta, DuPont, Bayer, Dow, BASF und ChemChina folgen Monsanto derzeit noch in der Rangliste. 2017 sollen die Karten jedoch neu gemischt werden. Wenn die Kartellbehörden der USA und der EU grünes Licht geben, werden aus den sieben Unternehmen vier. Geplant ist die Übernahme von Monsanto durch Bayer, DuPont und Dow wollen fusionieren und ChemChina will Syngenta kaufen. Das Resultat davon wäre, dass alleine drei Konzerne mehr als 60 Prozent der Märkte für kommerzielles Saatgut und Agrarchemikalien beherrschen würden. Das Verdrängen beziehungsweise Aufkaufen der Konkurrenz hat zum Ziel, den Wettbewerb so weit wie möglich auszuschalten. „Hinzu kommt der politische Einfluss: Je größer ein international agierendes Unternehmen, desto weitreichender ist seine Lobbymacht und damit sein Einfluss auf die Gesetzgebung“, so die Autoren des „Konzernatlas 2017“. Wer die Saat hat, hat das Sagen. Wer die Kontrolle über das Saatgut hat, hat sie auch über die Landwirtschaft und somit auch über die Welternährung, das ist der logische Schluss dieses viel zitierten Spruches. Als große Verlierer sieht Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V., deshalb die Bauern: „Es wird immer weniger in der Landwirtschaft verdient und immer mehr an der Landwirtschaft.“