Einheitswert-Erhöhungen teils deutlich über zehn Prozent: So nicht!

Anscheinend sind jetzt doch bereits mehr als zwei Drittel der neuen Einheitswertbescheide an die Bauern zugestellt worden. In den überwiegenden Rückmeldungen dazu, ist die Rede von Erhöhungen deutlich über zehn Prozent.

„Wie passt das mit unserer tatsächlichen Einkommensentwicklung zusammen?“, fragen sich die Betroffenen zurecht. Uns steht jetzt das fünfte Jahr in Folge mit einem Minus vor dem Einkommen im Vergleich zum Vorjahr bevor und zwar ganz offiziell im Grünen Bericht erstellt und noch deutlicher von der Statistik Austria, nämlich richtigerweise ohne Sozialversicherungsbeiträge gerechnet.

Dabei müsste der Einheitswert den 18-fachen Reinertrag, auf Fremdlöhnebasis, eines Betriebes abbilden und zwar halbwegs aktuell – so auch die Kritik des Verwaltungsgerichtshofes. Nur die dafür verantwortlichen Politiker scheren sich keinen Deut um Recht und Gesetz, Hauptsache die Einnahmen für die ihnen nahestehenden Institutionen und Verbände, insbesondere die Sozialversicherung der Bauern, die Landwirtschaftskammer, die Gemeinden und natürlich das Finanzamt kommen auf ihre Rechnung.

Das Argument, dass jeder Bauer optieren könne, ist schlichtweg realitätsfern. Das würde erstens nichts an der Ungesetzlichkeit ändern und ist zweitens für viele keine Option in Relation auf ihr Lebensalter und den nicht allzu fernen Pensionsanspruch. Und drittens bleiben noch immer eine Menge ertragsunabhängiger Abgaben, die sich aus dem Einheitswert errechnen und dadurch schlichtweg überhöht sind.

 

Ein Beitrag von Ing. Franz Graf