Mehr Mischwald sollte es sein

Land Oberösterreich will sensibilisieren:

Was für ausgebildete Forstleute seit einigen Jahren zum täglichen „Waldbau-Brot“ gehört, hat das Land Oberösterreich jüngst nochmals extra betont: Standortgerechte Mischwälder sind beim Waldumbau oder bei der Bestandesbegründung anzustreben. Der Borkenkäfer, Stürme und Schneedruck haben es in Österreich von 2017 bis 2019 „geschafft“, dass 63.000 ha Waldfläche nicht mehr bestockt sind. In OÖ sind davon allein 6.000 ha Waldfläche betroffen. Noch sind insgesamt 42 Prozent des Landes bewaldet – und das soll auch in Zukunft so bleiben. 2018 fielen in OÖ rund zwei Millionen Festmeter an Schadholz an, mehr als die Hälfte ging allein auf das Konto des Buchdruckers, der Rest wurde durch Sturm, Schneedruck und Eschensterben verursacht. Rund 3,5 Millionen Festmeter wurden insgesamt geschlägert, so viel wie noch nie in OÖ.

Politik und Forstdirektion erinnerten daher nochmals daran, dass nur der standortgerechte Mischwald zukünftig stabile Erträge erwirtschaften wird. Nicht nur die Vitalität des Bestandes – und damit der Wert – steigt, sondern auch die Risikostreuung, wenn eine Baumart – etwa durch Forstschädlinge – ausfallen sollte. So erinnerte Landesforstdirektorin Elfriede Moser an die natürlichen Waldgesellschaften: unter 750 Metern Seehöhe ist der Eichen/Hainbuchen-Wald heimisch, zwischen 750 und 1.200 Metern der Tannen/Kiefer/Rotbuchen-Wald, zwischen 1.200 bis 1.600 Metern der Fichten/Tannen/Rotbuchen-Wald und über 1.600 Metern Fichte/Lärche/Zirbe/Bergahorn.

Auch Univ.-Prof. Eduard Hochbichler, Leiter des Waldbau-Instituts an der BOKU in Wien, sieht in der Fichte unter 750 Metern einen akuten Risikofaktor: „Die Fichte hat in unteren Waldhöhenstufen, etwa im Hausruck oder in der Gegend von Gmunden wenig Chancen. Waldbesitzer tun gut daran, mit Eichen oder Edellaubbäumen aufzuforsten. In höheren Stufen ist Buche, Fichte, Tanne zu je einem Drittel eine Perspektive.“ Zwar werde der Waldumbau noch Jahrzehnte beanspruchen, aber „Wirtschaftswald ist eine wichtige Säule im ländlichen Raum“, so Hochbichler weiter.